Gemeinde Straßlach-Dingharting Schützenkranz München-Moosach e.V. Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl e.V. München Landeshauptstadt München - Referat für Bildung und Sport Bezirk Oberbayern
Die Gilde heute Münchener Armbrustschützengilde Frundsberger Fähndl 1889 e.V. Die Geschichte der Gilde

Vogelarmbrust

 

Die allseits beliebten Disziplinen Stern und Adler gehören zur national-traditionellen Art des Armbrustschießens. Wobei der Adler die gesellschaftliche Königsdisziplin darstellt, denn damit wird beim Frundsberger Fähndl alljährlich der Schützenkönig ermittelt. Im Gegensatz zu den Scheibendisziplinen schießt man beim Stern und Adler an einem 29,5 m hohen Vogelbaum fast senkrecht in die Höhe. Unter Einbeziehung der Schräge - der Schütze steht einige Meter vom Vogelbaum entfernt - ergibt sich eine 30 m lange Schießbahn. Am Vogelbaum geht es darum, vom Stern sogenannte Plattl und vom Adler ganze Stücke wegzuschießen.

Dafür braucht es schwere Bolzen und eine entsprechend leistungsfähige Armbrust. Die traditionelle Vogel- oder Hocharmbrust. Sie besitzt einen speziellen Stahlbogen, der aus dem ganzen Block gefräst, in Form gebracht und dann gehärtet wurde. Die Sehne besteht aus einem Bündel Stahldrähte, das in der Mitte mit Leder umnäht ist. Die Spannkraft dieser Sportwaffe geht bis 900 kg bei einem Eigengewicht von bis zu 16,5 kg. Dieses Eigengewicht hat seinen Grund. Zum einen muss die Armbrust die enorme Spannkraft aushalten, ohne sich darunter zu verziehen oder gar zusammenzufalten. Weshalb ihr innerer Rahmen aus Stahlplatten gefertigt ist. Andererseits fängt das Gewicht den Rückstoß ab, der sich zwangsläufig einstellt wenn ein 125 g schwerer Bolzen in Millisekunden von 0 auf über 200 km/h beschleunigt wird.

 

 

Nein. Das da links ist kein Telefonhäusl für Leute die es futuristisch mögen. Die Gilde stellt hier ein elektrohydraulisches Spanngerät für die Vogelarmbrust bereit, das gerne verwendet wird.

Sofern man ein Körpergewicht von mindestens 65 kg auf die Waage bringt, lässt sich die Vogelarmbrust trotz ihrer großen Spannkraft auch manuell spannen. Dies geschieht mithilfe eines etwa 1,20 m bis 1,30 m langen Spannhebels. Freilich gehört ein wenig Übung dazu, aber dann kann man auf technische Hilfsmittel durchaus verzichten.

   

 

Die Schützin, der Schütze, geht mit der gespannten Armbrust an den Schießtisch, legt den Bolzen auf die Laufschiene und nimmt die Waffe in Anschlag. Das heißt; die Armbrust wird senkrecht auf die Schulter gesetzt. Über einen Gewehrdiopter und der oberen Spitze des zumeist quadratisch geformten Bolzenkopfes visiert der Schütze sein Ziel in der Höhe an.

Das Auslösen der Armbrust geschieht mit einem gewöhnlich aussehenden Abzug, der sich feinfühlig drücken lässt als gäbe es die ganze Spannkraft nicht. Tatsächlich steckt jedoch im Inneren der Armbrust eine ausgeklügelte mechanische Kaskade, die zuletzt die Kralle mit der stählernen Sehne freigibt. Und das in weniger als 8 Millisekunden.

Angesichts der Kräfte, die bei der Vogelarmbrust am Wirken sind, ist Sicherheit selbstverständlich oberstes Gebot. Deshalb darf u. a. am Vogelbaum niemand alleine schießen. Es steht immer eine Person zur Sicherung hinter dem Schützen oder der Schützin.


Disziplin Sternschießen

 

Beim Sternschießen wird auf den Vogelbaum eine mit 9 langen und 9 kurzen Plattl'n bestückte Haltevorrichtung montiert. Die hölzernen Plattl sind etwa 1,5 cm dick und besitzen eine quadratische Form mit einer Kantenlänge von 8,5 cm. Sie sind am Ende eines Holzstabes befestigt. Die sogenannten langen Plattl stehen um etwa eine Plattldiagonale weiter raus als die kurzen. Die Holzstäbe - auch Stangerl genannt - sind in einem Winkel von 20 ° zum jeweils vorherigen angebracht. So dass insgesamt 18 Plattl an dem Stern Platz finden. Der gesamte Stern hat einen Durchmesser von etwa 1,5 m. Die Plattl werden von unten gesehen im Uhrzeigersinn - erst die langen und dann die kurzen Plattl'n - mit dem obersten beginnend abgeschossen.

Die Reihenfolge der Schützinnen und Schützen wird vor Schießbeginn ausgelost. Diese treten in der Auslosereihenfolge an den Schießtisch und schießen dann Runde für Runde die Plattl ab. Verfehlt jemand sein Ziel so schießt der oder die Nachfolgende auf das verfehlte Plattl. Je Wettkampf werden 2 Proberunden und 15 Wertungsrunden geschossen. Ist ein Stern leergeschossen, wird der Vogelbaum kurz umgelegt und neu bestückt. Maximal können je Schütze 15 Plattl erreicht werden.


Disziplin Adlerschießen

 

Beim Adlerschießen schießt man auf einen kunstvoll gefertigten und bemalten hölzernen Wappenadler. Sein Durchmesser beträgt etwa 1,80 m und das Gesamtgewicht um die 25 kg. Er wird an der Spitze des Vogelbaumes angebracht. Vor Schießbeginn stellen sich alle Schützinnen und Schützen im Kreis auf und losen ihre Reihenfolge aus. Verständlicherweise gibt es in dieser Disziplin keine Proberunden. Auch bei der Auswahl der Ziele gibt es eine Reihenfolge, die jedoch bereits feststeht. Beginnend mit der »Krone«, darauf dem linken »Schwertgewaffe« und anschließend dem rechten »Apfelgewaffe« wird der Adler zunächst »frei« geschossen. Während diese drei »Prämien« noch nicht gefallen sind, dürfen keine anderen Stücke vom Adler abgeschossen werden.

Sobald die drei »Prämien« gefallen sind, ist der Adler »frei« und kann mit Bolzenschüssen in eigener Zielauswahl zerlegt werden. Nach einer Schießzeit von erfahrungsgemäß etwa 3 Stunden ist vom Adler entweder kein Gramm Holz mehr am Baum. Oder es lässt sich nichts mehr abschießen, wenn der hölzerne Vogel in der Mitte zu zäh geraten ist. Der Wettkampfleiter ruft die letzte Runde aus. Die Schützinnen und Schützen achten darauf, ihre abgeschossenen Holzstücke einzusammeln und zum Wiegen zu bringen. Denn jedes Gramm bestimmt über die Platzierung im Wettkampf. Beim »Königsadler« im Sommer ist der Gewinner zugleich der Schützenkönig des Jahres.

 

Ungefähre Eckdaten der Vogelarmbrust

Die folgenden Daten sind Näherungswerte, da die Fabrikate der Vogelarmbruste zum Teil voneinander abweichen und auch die Vorschriften viel Spielraum lassen.

Gewicht der Waffe: unbegrenzt (zurzeit bis 16,5 kg)
Spannkraft: 650 - 900 kg
Beschleunigungsweg: 185 mm
Schienenlänge: 210 mm
Bolzenlänge: 255 mm
Bolzengewicht: min. 115 g, gewöhnl. 125 g
Geschwindigkeit V0: 48 - 57 m/s (172,8 - 205,2 km/h)

 

 

Aktuelles
  • Unsere Könige

    Herzlichen Glückwunsch unseren Schützenkönigen und unserer Jugendkönigin:

    Erster Schützenkönig: Gerald Frank

    Zweiter  Schützenkönig: Thomas Ringlstetter

    Jugendkönigin: Veronika Soyer

     

     
  • Jahreshauptversammlung

     

    Am 28.01.2018 findet um

    10:30 Uhr der Jahresgottesdienst

    und anschließend um

    13:30 Uhr die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

    in Straßlach statt.

     

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Termine
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