Gemeinde Straßlach-Dingharting Schützenkranz München-Moosach e.V. Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl e.V. München Landeshauptstadt München - Referat für Bildung und Sport Bezirk Oberbayern
Die Gilde heute Münchener Armbrustschützengilde Frundsberger Fähndl 1889 e.V. Die Geschichte der Gilde

Geschichte der Gilde

Chronik der ersten hundert Jahre

Münchener Armbrust-Schützen-Gilde
»Frundsberger Fähndl 1889 e.V.«
(aus der Chronik 100 Jahre ASG Frundsberger Fähndl)

 

Anno Domini 1889, ein 6. Januarus, traten 8 Mann zusammen und gründeten im Gasthaus von Niedermeier Ferdinand sen. in Giesing einen »Ritterbund«. Dessen Zweck war die zwanglose Zusammenkunft und gesellige Unterhaltung im obigen Gasthaus (David Börstler, Pächter daselbst) nebstbei war mit dem Bund eine freie Sparkasse angelegt.

Der Ausschuß war: 1. Vorstand oder Gaugraf: Johann Hengge
  Säckelwart: Josef Schlickenrieder
  Kanzler: Ludwig Rett
  Schenk: Michael Zobel
 
Die anderen fungierten als Ritter: Benedikt Thalmayer
    Xaver Thalmayer
    Anton Jäger
    Josef Meier

 

Am 6. August 1893 traten 6 Ritter zu einer Beratung zusammen, um den Bund neu zu regeln. Bei dieser Beratung wurde der Ritterbund aufgelöst und mit noch sechs weiteren neuen Mitgliedern unter dem Namen »Burg-Fähnlein-Giesing« neu gegründet. Es wurde ein neuer Ausschuß gewählt und eine neue Kasse angelegt, in die jedes Mitglied wöchentlich einen festen Beitrag entrichten mußte.

Gleichzeitig wurde der Gründerversammlung eine Vereinssatzung vorgelegt und von dieser genehmigt. Zugleich wurde beschlossen, die Satzung an die Polizei zu senden und um Genehmigung der Spargesellschaft »Burg-Fähnlein-Giesing« nachzusuchen.

Diese Genehmigung wurde am 8. Oktober 1893 bei einer Beratung der Gesellschaft durch den Burggrafen bekannt gegeben. Außer den wöchentlichen Zusammenkünften entwickelten sich langsam auch größere Veranstaltungen wie eine Seelenzopfverlosung, eine Christbaumfeier und Schlittenpartien sowie Kegelscheiben. Daß es bei den Zusammenkünften der Gesellschaft auch feuchtfröhlich zuging ist aus § 9 der Satzung ersichtlich, in dem es heißt:

»Das Werfen von Bierfilzen oder anderen Gegenständen sowie das Einschieben in die Taschen als das Herausziehen aus den Taschen aus Spaß, wird mit einem Humpen Bier bestraft«.

Am Freitag, den 29. Juni 1894 besuchten 6 Mitglieder vom Burgfähnlein Giesing die Burg des »Winzerer Fähndls«. Zwei Winzerer erklärten ihnen die Hantierung zweier Armbrüste und gaben noch verschiedene Aufschlüsse.

Am 1. Juli 1894 wurde der Auftrag zum Bau der ersten Armbrust an Schlossermeister Otto Ullisch erteilt. Am 15. Juli 1894 fand das erste Probeschießen durch den Schlossermeister Ullisch auf der Wiese vor dem Niedermeier-Wäldchen statt. Hier wurden mit der großen Armbrust 3 Schüsse, mit der Scheibenarmbrust 1 Schuß in die Luft abgegeben, um die Schußhöhe zu prüfen.

Ab 1. Oktober 1894 neuer Name der Gilde.
»Armbrustschützen-Gilde-Burgfähnlein-Gieso« auf Burg Fichteneck, Tegernseer Landstraße Nr. 189.

Die Absteckung zum Bau der ersten Schützenburg fand am 5. Juli 1894 statt. Anschließend wurde von 4 - 7 Mitgliedern werktags und samstags in fleißiger Arbeit die Burg erbaut. Am 15. August wurde das Richtfest für die Burg und am 8. September für den Burgturm gefeiert. Bis Ende November wurde noch eine Burgkapelle und eine Kegelbahn errichtet. Am 25. November 1894 fand das erste Kegelscheiben statt.

Am 2. Dezember 1894 wurde während einer Beratung das Vereinszeichen vorgelegt, vom Burgvogt genehmigt und 30 Stück bestellt. Stückpreis 1,35 Mark, altversilbert.

Im Februar 1895 wurde der erste Holz-Vogelbaum von Großdingharting angeliefert, von den Gildenmitgliedern zugerichtet und am 3. März aufgestellt.

Am Ostersonntag 1895 wurde auf Burg Fichteneck erstmals öffentlich Bier ausgeschenkt. Am Ostermontag allein wurden 4 Hektoliter Bier getrunken.

Am 26. Mai 1895 wurde die Burgweihe nebst Schießstatteröffnung gefeiert und mit einem 1. Übungsschießen verbunden, bei dem 33 Schuß abgegeben wurden, von denen 8 Schuß als Treffer auf der Scheibe festzustellen waren.

Während einer Beratung am 5. August 1895 wurde beschlossen, dass sich die Gildenmitglieder Hubertushüte anschaffen sollen.

Der Wochenbeitrag wurde auf 10 Groschen für alle Mitglieder festgelegt. Die Einlage für ein Sternschießen betrug ebenfalls 10 Groschen.

Am Sonntag, dem 20. Oktober 1895 wurde auf Burg Fichteneck der 1. Adler geschossen. An diesem Adlerschießen waren 11 Schützen beteiligt.

Am Sonntag, dem 3. November 1895 wurde die von Frau Maria Börstler gestiftete Standarte dem Burgfähnlein übergeben und von den Gildenmitgliedern kräftig gefeiert.

Die baulichen Anlagen, die im Jahr 1895 erstellt wurden, bestanden aus einem Blockhaus, einer Schützenburg mit Turm, Küche, Schützenstube, Fürstenstube und einer Hubertuskapelle mit Turm. An das Schützenheim angebaut war eine Kegelbahn. Leider sind keine Pläne*) oder Bilder von dieser ersten Anlage der Schützengilde vorhanden.

Mit einem großen Fest wurde am 10. Mai 1896 die Standartenweihe gefeiert.

»Treueschwur« (bei der Standartenweihe)

Vorwärts mit dem Fähnelein
das soll unsere Losung sein
mit der Armbrust kühn und keck
schießen wir am Fichteneck
dem Fähnlein treu ja immerfort
Vorwärts unser Losungswort
Vorwärts nur, kein Zurück
dann steht fest, mit stolzem Blick
in Eintracht stehe fest, stehe fest, stehe fest
dann wanket nicht.

Am 18. August 1896 besuchte die Armbrustschützengilde Burgfähnlein Gieso erstmals die Schützengesellschaft »Kronwinkel« in Landshut, bei dem ein Stern- und Adlerschießen stattfand.

Am 27. September 1897 nahmen erstmals 7 Schützen vom Burgfähnlein Gieso am Oktoberfestschießen teil, wobei Herr David Börstler auf Adler den 4. Preis mit 45,- Mark errang. Für den ersten Preis auf Stern bekam Herr Börstler 40,- Mark. Für damalige Verhältnisse waren das königliche Preise.

Vom 7. bis 31. März 1898 wurde der in Holz erstellte Burgbau abgerissen, neu aufgemauert, mit einem Tonnengewölbe versehen, verputzt und der Dachstuhl wieder aufgebaut. Leider gibt es auch von dieser Baumaßnahme keine Unterlagen*).

Anläßlich der Einweihung der neuen Schützenburg am 14. Mai 1898 wurde der Landgraf zum »Ritter von Gieso« geschlagen, wobei es eine feuchtfröhliche Unterhaltung gab. Am Ende des Jahres 1898 hatte die Gilde 27 Mitglieder.

Die an fast allen Wochenenden stattfindenden Übungsschießen und geselligen Zusammenkünfte waren immer gut besucht. Der Burgschenk machte ein gutes Geschäft.

Am 6. Januar 1900 wurde auf Burg Fichteneck die erste Vereinsfahne geweiht. Die Patenschaft übernahm die ASG »Winzerer Fähndl«. Es wurde ausgiebig gefeiert.

Im Jahre 1904 benannte sich das »Burgfähnlein Gieso« nach dem berühmten Landsknechtsführer Georg von Frundsberg (1473 - 1528) in die »Armbrustschützengilde Frundsberger Fähndl« um.

Im Jahre 1906 waren Bestrebungen im Gange, die beiden Münchener Armbrustschützengilden »Winzerer Fähndl« und »Frundsberger Fähndl« zu einem Verein zusammenzuschließen. Aus dieser Absicht wurde jedoch nichts, da es zu viele Gegner gab die für die Selbstständigkeit beider Gilden waren.

Nachdem es Anfang des Jahres 1909 durch einen herabfallenden Bolzen einen Unfall gab, mußte ein neues größeres Gelände für die gesamte Schießanlage gesucht werden. Im August 1909 wurde ein neuer Schießplatz an der Harlachinger Straße »Zur Birkenleite« gefunden und gepachtet. Der Umbau der Schießanlage mit Vogelbaum und Scheibenstand wurde sofort von den Gildenmitgliedern ohne Fremdleistungen vollzogen.

Bei der Hauptversammlung am 24. Januar 1910 wurde einstimmig beschlossen, das Fähnlein als eingetragener Verein (e.V.) beim königlichen Amtsgericht in München unter dem Namen »Münchener Armbrust - Schützengilde Frundsberger Fähndl e. V.« eintragen zu lassen. Die Eintragung erfolgte am 29. März 1910 im Vereinsregister Band VIII Nr. 26.

Im Jahr 1911 wollte man in Deisenhofen ein 10 Tagwerk großes Grundstück für 4.000,- Mark kaufen. Der Pessimisten waren jedoch zu viele, wodurch der Kauf unterblieb. Die Kaufabsichten für ein vereinseigenes Grundstück blieben jedoch weiterhin bestehen.

Durch eine Versteigerungsanzeige in der Zeitung wurde man auf ein Grundstück aufmerksam, daß sich in Grünwald nahe der Straßenbahn mitten im Wald befand. Der Besitzer war ein Berliner, der für 2.184 ha 5.200,- Mark haben wollte. Es wurde am 30. Mai 1913 um 7°° Uhr abends beim königlichen Notar Dr. Schmid, Kaufinger Str. 15 in München verbrieft und bar bezahlt.

Um den Kaufpreis aufbringen zu können wurde vor dem Kauf das Grundstück zu 1/3 für die Schießanlage und 2/3 für 36 Eigentumsparzellen der Gildenmitglieder aufgeteilt. Jedes Gildenmitglied hatte für eine Parzelle 120,- Mark zu zahlen, somit wurde der Kaufpreis nebst Nebenkosten zusammengebracht. Die Lage der Parzellen für die einzelnen Besitzer wurde durch eine Verlosung ermittelt.

Am 6. April 1914 wurde auf dem neuen Schießplatz in Grünwald der Vogelbaum aufgestellt. Die Kosten für den Abbau, den Transport und das Wiederaufstellen des Vogelbaumes betrugen 150,- Mark.

Im Jahr 1914 mußte auch das bisherige Vereinsheim »Burg Fichteneck« wegen Umbauten geräumt werden. Die Gilde bezog ein neues Vereinsheim in der Schlierseestr. 35 namens »Rest. Frundsberger Fähndl«.

Auf dem neuen Schießplatz wurde nun wieder kräftig gewerkelt, um eine neue Wirtschaftshütte zu bekommen. Bevor jedoch alles fertig war, begann am 1. August der erste Weltkrieg.

Während der Kriegszeit wurde der Schießbetrieb und die gesellschaftlichen Veranstaltungen in kleinerem Rahmen aufrechterhalten.

Durch den verlorenen Krieg und seine schlimmen Folgen wurde auch das Vereinsleben stark betroffen. Von 1918 bis 1921 gab es nur wenige Schießveranstaltungen. Am Aufbau der neuen Schützenburg wurde wenig geleistet.

Ende des Jahres 1920 zählte der Verein nur noch 28 Mitglieder. Anfang 1921 wurden durch Werbung 35 neue Mitglieder gewonnen, sodaß wieder mit neuem Mut weitergearbeitet werden konnte.

Am 24. Juni 1923 wurde ein zu Ehren der verstorbenen und gefallenen Gildenmitglieder errichtetes Denkmal in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Brudergilden eingeweiht. Bei der Generalversammlung am 2. März 1923 wurde der Monatsbeitrag auf 200,- Mark festgesetzt.

Ab 1923 ging es bei den »Frundsbergern« wieder aufwärts, obwohl sich die Inflation sehr hemmend auswirkte.

Anfang 1925 gab es schon wieder ein lebhaftes Vereinsleben mit zahlreichen Schießveranstaltungen und Geselligkeiten.

Ab 1. Januar 1925 Monatsbeitrag 1,- Mark. Monatsbeitrag ab 1. Januar 1926 2,- Mark

Durch die immer näher kommende und dichter werdende Bebauung um den Schießplatz herum, wurde mit dem Forstamt München wegen einer Zupachtung von Forstgelände zum Schießplatz ab 1926 verhandelt.

1927 bietet die Gemeinde Grünwald der Gilde 8-10 Tagwerk Grund weiter südlich von Grünwald an. Nach weiterem Suchen wurde in Straßlach ein 63 Tagwerk großes Grundstück gefunden. 10 Tagwerk davon sollen der neuen Schießanlage dienen, der Rest ist für Heimstätten der Gildenmitglieder gedacht.

Der alte Schießplatz in Neugrünwald wurde an den Hilfsbund der katholischen Elternvereinigung München e.V. verkauft und am 26. Oktober 1930 an diesen nach einem Hubertusschießen übergeben.

Der neue Schießplatz in Oberdill wurde am 10. Dezember 1930 beim Notar Justizrat Weinmann protokolliert und somit an die neuen Besitzer übergeben.

Am 7. Juni 1931 fand auf dem neuen Schießplatz die Grundsteinlegung des neuen und jetzt noch bestehenden Denkmals in würdigem Rahmen statt.

Der neue Schießplatz wurde am 15. August feierlich eingeweiht und das neue Schützenheim eröffnet. Zahlreiche Schützenfreunde aus München und von Auswärts wohnten einer Feldmesse bei und beteiligten sich anschließend beim Sternschießen. Prinz Alfons von Bayern war als Schirmherr anwesend.

Unser Schirmherr Prinz Alfons von Bayern verstarb am 8. Januar 1933.

Am 8. Januar 1933 belief sich das Gildenvermögen auf 21.791,- Mark einschl. Schießplatz, Gebäude, Umzäunung und restliche noch nicht verkaufte Grünflächen.

Der neue Protektor unserer Gilde, seine kgl. Hoheit Dr. Prinz Ferdinand von Bayern mit hoher Familie, besuchte uns am 23.April 1933.

Bei dieser Gelegenheit wurden gemeinsam mit dem Bayerischen Schützenverband ein »Goldenes-Hochzeits-Lindenpaar«, für die Hoheiten anläßlich ihres 50. Ehejubiläums gepflanzt. Diese Festlichkeit wurde mit einem Sternschießen verbunden.

Der politische Umschwung im Jahre 1933 hat sich in der Gilde nicht wesentlich bemerkbar gemacht. Im April 1935 erscheint erstmals ein Schießprogramm für das gesamte Schießjahr.

Von 1935 bis 1953 sind leider keine Aufzeichnungen vorhanden, diese sind in den Kriegswirren verloren gegangen. Das Protokollbuch von 1928 bis 1945 ist in den Bombennächten in München mit dem gesamten Fundus verbrannt.

Bis Kriegsbeginn wurde noch fleißig mit der Armbrust geschossen. Von 1939 an war die Beteiligung an den verschiedenen Schießveranstaltungen immer geringer, bis diese im Sommer 1944 ganz aufhörten.

Von 1944 bis 1946 wohnten in der Schützenburg in 2 Räumen zeitweise 4 in München ausgebombte Familien mit bis zu 16 Personen. Im Wald neben der Schützenburg wurde wegen der dauernden Fliegerangriffe ein Notbunker gebaut und von den Ausgebombten notgedrungen oft aufgesucht.

In der schweren Nachkriegszeit bis zur Währungsreform im Juni 1948 fanden keine Schießveranstaltungen statt. Erst ab Mai 1949 wurde die Schießanlage wieder in Ordnung gebracht. Am 4. September 1949 fand wieder ein Übungsschießen statt. Ein Hubertusschießen am 30. Oktober 1949 war die erste größere Schießveranstaltung nach dem 2. Weltkrieg.

1952 wurden die Scheibenstände erneuert und erweitert, auch ein neuer Vogelbaum mußte aufgestellt werden.

Ab 1952 nahmen die Frundsberger auch wieder jedes Jahr am Oktoberfestschießen teil. Seit Januar 1953 wurden wieder regelmäßig Monatsversammlungen abgehalten.

Zur Finanzierung des Scheibenstandneubaues und des Vogeibaumes wurde eine Anzahl Bäume aus dem Wald westlich der Scheibenstandanlage gefällt und für DM 3.000,- verkauft.

Am 16. August 1956 wurden 25 Jahre Schießplatzeinweihung Oberdill, verbunden mit dem Königsschießen, gefeiert. Der Schirmherr Prinz Adalbert von Bayern, Prinzessin Pilar und zahlreiche Gäste feierten bei schönem Wetter mit den Frundsbergern bis in den späten Abend.

Nachdem alle 5 bis 6 Jahre ein neuer Vogelbaum aufgestellt werden mußte, hat sich die Gilde 1958 entschlossen, einen Stahlmast aufzustellen. Der Stahlmast wurde bei der Fa. Mannesmann in Nürnberg hergestellt, am 20. Februar 1959 geliefert und anschließend aufgestellt.

Der Stahlmast kostete DM 2.340,- zzgl. DM 340,- für die Montage.

Die Mastfundamente wurden vom Gildenbruder Hans Maier aus Eurasburg erstellt.

Am 1. August 1959 fand im Gasthaus »Alter Wirt« in Grünwald mit der Bayern-Turm GmbH eine Informationsbesprechung statt.

Diese hatte die Absicht, den Münchener Fernsehturm etwa 300 m östlich unserer Schießanlage zu errichten. Dabei sollte unser Gelände als Großparkplatz für die Turmbesucher dienen.

Nach langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde Straßlach und dem Landratsamt wurde 1960 die Frundsbergstraße geteert.

1971 befaßte man sich mit dem Gedanken, ein neues Schützenheim mit mehr Schießständen zu bauen. Ein Bauausschuß wurde gebildet, um Vorschläge zu erarbeiten und Kosten zu ermitteln.

1972 haben sich einige Interessenten gemeldet, die 6 - 7 Tennisplätze an der Westseite des Schießgeländes errichten wollten. Nach reiflicher Überlegung wurde dieses Ansinnen abgelehnt.

Bei der am 28. Oktober 1973 stattgefundenen Quartalsversammlung wurde mit 15 zu 1 Stimmen der Neubau eines Vereinsheimes beschlossen.

Am 22. Juli 1974 fand abends 19°° Uhr in Straßlach im alten Schützenheim die erste Planungsbesprechung über den Neubau eines Schützenheimes mit Gastraum, Küche, WC, Waffenkammer, Werkstatt und 10 Scheibenständen statt.

Gildenmeister Karl Waibl bekam am 13. September 1974 den fertigen Bauplan für das neue Schützenheim vom Baubüro unseres Gildenbruders Fritz Ruf ausgehändigt.

Am 7. November 1974 wurde der Bauplan vom Landratsamt abgelehnt, es mußte erst ein Nachweis über den damaligen Bestand und Umfang des Vereins erbracht werden.

Am 18. Februar 1975 wurde der Bauplan mit allen Nachweisen erneut beim Landratsamt eingereicht.

Aus uns unerforschbaren Gründen war das Landratsamt gegen jegliche Bautätigkeit auf unserem Gelände. Erst nachdem sich unser Gildenmitglied Fritz Ruf beim Herrn Landrat Gillesen für unser Bauvorhaben eingesetzt hatte, wurde unser Plan vom Landratsamt genehmigt.

Im Juli 1975 wurde bei einem Sonderarbeitsdienst das alte Schützenheim abgebrochen. Am 18. August 1975 begann die Fa. Gleich aus Straßlach mit dem Neubau des Schützenheimes.

Die Fa. Gleich erstellte nur den Rohbau. Die Elektroinstallation wurde ebenfalls vergeben. Alle weiteren Ausbauarbeiten wurden ausschließlich von fleißigen Idealisten der Gilde ausgeführt. Als Organisator und Antreiber erhielt unser Fritz Öllbrunner den Spitznamen »Sklaventreiber«.

Es ist hier angebracht die Namen derjenigen zu nennen, welche die Hauptarbeit beim Ausbau des neuen Schützenheimes leisteten.

Es sind dies: Fritz Öllbrunner - als unermüdlicher Werker
  Hermann Pastari - als Maler, Anstreicher u. Helfer
  Hans Kaiser - als Maurer u. Putzer
  Anton Miedl - als techn. Sachbearbeiter und Materialbeschaffer
  Wöhrle - als Zimmermann
 
Als Hilfsarbeiter am Rande geduldet: Karl Waibl
    Karl und Walter Wolf

Bei der Jahreshauptversammlung am 17. Januar 1976 bedankte sich Gildenmeister Waibl bei den oben genannten für ihre großartige Arbeitsleistung und überreichte ihnen als Privatgeschenk kleine silberne Spaten als Anstecknadeln. Fritz Öllbrunner erhielt als Polier einen goldenen Spaten.

Vom Landratsamt wurde die Auflage gemacht, nach Fertigstellung des neuen Schützenheimes, an der alten Holzschützenburg die alte Küche und die WC-Räume abzureißen. Diese Forderung wurde beim Herbstarbeitsdienst auch erfüllt.

1976 erhielt die Gilde die gesetzliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit, welche eine große steuerliche Erleichterung darstellte.

Am 10. u. 11. Juli 1976 war die Einweihung unseres neuen Schützenheimes, es war der absolute Höhepunkt des Jahres 1976. Unter starker Beteiligung fast aller Gilden (74 Schützen) konnte ein wohl gelungenes Schützenfest abgewickelt werden.

Ein Sternschießen am Samstag sowie ein Adlerschießen in 2 Durchgängen am Sonntag waren Kernpunkte der Veranstaltung, bei der es sehr schöne Preise gab.

Zur Vorbereitung des 90iährigen Gründungsfestes waren noch viele Arbeiten und Verbesserungen an der gesamten Schießanlage notwendig.

Durch fleißige Zusammenarbeit aller Schützen wurde eine Schießanlage geschaffen, die sich sehen lassen kann.

Am 9. u. 10. Juli 1979 wurde das 90-jährige Gründungsfest der »Frundsberger« gefeiert. Bei schönem Wetter beteiligten sich 6 Mannschaften beim Mannschaftssternschießen und 79 Schützen beim Adlerschießen. Durch zahlreiche Spenden konnten schöne Preise geboten werden.

Für unseren neuen 1. Gildenmeister Fritz Öllbrunner war dieses Jubiläum ein gelungener Start in seinem neuen Amt.

Im Herbst 1982 wurde an 5 Wochenenden die alte baufällige Holzschützenburg abgebrochen, verbrannt und durch einen Massivneubau ersetzt.

Alle aktiven Schützen halfen kräftig mit und mancher Schütze entdeckte an sich ungeahnte handwerkliche Fähigkeiten.

Bei einem gemütlichen Umtrunk nach dem Königsschießen im Jahre 1983 erklärte unser Fähnrich Josef Kreuzinger, er wolle in Zukunft nicht mehr mit der alten windigen Vereinsfahne ausrücken. Spontan wurde unter den noch anwesenden Gildenmitgliedern eine Sammlung veranstaltet, die fast die halbe Summe der Kosten einer neuen Fahne einbrachte.

Am 9. September 1984 wurde auf unserem Gelände ein Feldgottesdienst abgehalten und dabei unsere neue Vereinsfahne geweiht. Die Patenschaft für unsere Fahnenweihe übernahm wieder die Armbrustschützengilde »Winzerer Fähndl« aus Lochhausen. Zahlreiche Ehrengäste und Vereine sowie Besucher aus Straßlach und Umgebung gaben unserer Fahnenweihe festliches Gepräge.

Zeitgleich mit unserer Fahnenweihe feierte auch der Sportverein aus Straßlach sein 25-jähriges Gründungsfest. Dazu wurde auf unserem Gelände ein großes Festzelt aufgestellt. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen mit unseren Feiern, es regnete fast die ganze Woche.

Das alljährlich mehrmalige Mähen des Schießplatzes war immer eine kräftezehrende und schwierige Arbeit. 1986 konnte ein Traktor mit Mähwerk und ein Laubsauggerät angeschafft werden. Zur Unterbringung aller zum Schießbetrieb notwendigen Geräte, Maschinen und Werkzeuge wurde die neu gebaute Schützenburg zum Bierlager, Gerätelager, Garage und Büro umfunktioniert, im Schützenheim wurde ein Fahnen - u. Pokalschrank eingebaut.

Die Unterstände für die Bolzenbuben wurden durch neue und größere verzinkte Schutzgitter ersetzt. Am Weg zur Frundsbergstraße wurden für die Spätheimkehrer 3 Lampen installiert.

1988 wurde die Scheibenstandanlage überdacht und ein Lichtband zur Beleuchtung der Scheiben angebracht.

Beim Frühjahrsarbeitsdienst 1989 wurde von unserem Gildenmitglied Anton Miedl die von ihm gebaute neue Bleigießmaschine vorgestellt. Die Maschine funktioniert einwandfrei und ist eine große Erleichterung beim Gießen der Scheibenbleie.

Dank einiger Idealisten, vor Allem dank unseres 1. Gildenmeisters, Fritz Öllbrunner, werden viele kleinere Arbeiten nebenbei das ganze Jahr über gemacht, so konnte der im Frühjahr und im Herbst fällige Arbeitsdienst auf jeweils 1 Tag beschränkt werden.

Gedenken und danken wir allen Spendern und stillen Mitarbeitern und vor Allem unseren Schützenfrauen, die in den 100 Jahren seit dem Bestehen der Gilde viele Entbehrungen und Arbeit auf sich genommen und die Gilde dadurch unterstützt und damit immer wieder weitergeholfen haben.

Wenn man die Chronik und die Protokollbücher der 100 Jahre seit dem Bestehen der Gilde durchblättert, muß man ein immer wiederkehrendes Auf und Ab im Gildengeschehen feststellen. Es gab aber immer wieder Männer, welche sich aufrafften und oft unter großen persönlichen Opfern die Gilde wieder hochbrachten.

Wir können nur hoffen und wünschen, daß unsere Nachfolger sich immer der Verantwortung der Gilde gegenüber bewußt sind und ebenso handeln wie unsere Vorfahren.

 

*) Nach Erstellung der Chronik im Jahre 1989 tauchten alte Pläne auf, die der Zahn der Zeit übrig gelassen hat. Sie liegen hier im PDF-Format vor. Zum Anschauen einfach auf den Namen klicken.

Burgplan schwarzweiß

Burgplan bunt
Bei Bedarf ADOBE® PDF-Reader kostenlos herunterladen.

 

 

Chronik von 1989 bis heute

{Fortsetzung folgt}

 

Aktuelles
  • Unsere Könige

    Herzlichen Glückwunsch unseren Schützenkönigen und unserer Jugendkönigin:

    Erster Schützenkönig: Gerald Frank

    Zweiter  Schützenkönig: Thomas Ringlstetter

    Jugendkönigin: Veronika Soyer

     

     
  • Jahreshauptversammlung

     

    Am 28.01.2018 findet um

    10:30 Uhr der Jahresgottesdienst

    und anschließend um

    13:30 Uhr die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

    in Straßlach statt.

     

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

     
Termine
Juli 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5